Es ist aus! Vorbei! Das war es! Mit der 5. Staffel fiel der Vorhang der wunderbaren Serie “Orphan Black” rund um Sarah und ihre Klon-Schwestern. Es war hart, es war mitreißend, es war voll von Cophine – aber war dies auch ein würdiges Finale? OH JA!

Warum du Orphan Black gesehen haben solltest, habe ich ja bereits erläutert. Ansonsten, hör einfach auf Laura Prepon, unsere allseits geliebte Alex aus “Orange is the New Black“:

Nun ist die fünfte und letzte Staffel der Serie gelaufen und ich möchte die Gelegenheit ergreifen, noch einmal ein paar salbungsvolle Worte für sie zu finden. Also:

ACHTUNG, SPOILER!

Wir sind durch spannende Zeiten gegangen. Zeiten voll von verdammt individuellen Klonen, einer Reihe von Macht besessenen Bösewichten, skrupellosen Unternehmen, merkwürdigen männlichen Klonen, Würmern in Wangen und vermeintlich über 170 Jahre alten Männern. Doch dies waren auch die Zeiten starker Frauen, unerschütterlichen Zusammenhalts und großer Liebe. Ich werde “Orphan Black” nicht nur aufgrund der Spannung, sondern auch aufgrund liebenswerter Charaktere und der tiefgreifenden Botschaft, dass Familie mehr ist als Blutsverwandtschaft, sehr, sehr vermissen.

Dabei war die finale Staffel meines Erachtens nach nicht die stärkste der Serie. Tatsächlich fand ich die Auflösung rund um den skurrilen P.T. Westmoreland ein wenig …hm, ernüchternd. Das steckte also hinter dem ganzen Chaos – ein armer Irrer mit einem Faible für das 19. Jahrhundert?! Aber Ok. Dafür gab es erneut wunderbare Szenen des lesbischen Pärchens Cosima und Delphine, die endlich entgegen all dem undurchsichtigen Geschehen und dem allgegenwärtigen Misstrauen zusammengehalten haben und einfach eines meiner absolut liebsten lesbischen TV-Pärchen sind. Cosima und Delphine sind (na gut, gemeinsam mit Alison und Donnie) DAS Liebespaar der Serie. “Cophine” ist DAS Beispiel für bedingungslose Liebe und absolute Aufopferungsbereitschaft. <3

Cosima und Delphine, Cophine

Cophine: Cosima & Delphine via Giphy

Obgleich ich für das Finale schön gefunden hätte, wenn alle Klon-Schwestern gemeinsam das Ende ihres Kampfes für Freiheit herbeigeführt hätten, passt es gut, dass dies Sarah vorbehalten ist. Unser Anführer-Klon-Schwester zeigt sich in der letzten Folge der Serie von ihrer dunkleren Seite. In Flashbacks wird gezeigt, wie sie einst darauf reagiert hat, eine junge Mutter zu werden. Sie ist und bleibt ein Wildfang – und ich fand gut, dass für Sarah nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen ist. Es ist nur realistisch, dass Sarah Zeit braucht, um in einem “normalen” Leben anzukommen.

Die Szene, in der Helena ihre Zwillinge zur Welt bringt, und Sarah die Erinnerungen an Mrs. S ereilen, ist für mich eine der emotionalsten Szenen der Serie überhaupt. Die Familien-Thematik ist eine Zentrale der Serie und gipfelt im Finale nicht nur in der Geburt von Helenas Kindern – auch in der allerletzten Szene, in der Sarah, Cosima, Alison und Helena zusammensitzen, wird eine Botschaft ganz deutlich: Es gibt Verbundenheit, die alle Differenzen übersteht. Süß auch die Namenswahl von Helenas Zwillingen – Donnie und Arthur sind sicherlich (mit Felix, für den ich mir ein drittes Baby gewünscht hätte) die positivsten Männer in Helenas Leben und beide tolle Beispiele für Loyalität und Heldentum. Helenas Baby-Jungs leiten einen Generationswechsel ein, in der keine Angst vor den alten Mustern des Patriarchats mehr herrschen muss – die Geschichte der Klon-Schwestern hat jeden Zweifel an der Kraft des weiblichen Geschlechts ausgeräumt.

Ein paar Fragen blieben für mich am Ende der Serie dennoch: Wie kann Sarah jetzt in ein halbwegs normales Leben übergehen – wo sie doch immer noch offiziell als tot gemeldet sein müsste?! Und: Wo ist Cal?! Zudem erklärt niemand mit einem Wort, wie sich Cosima und Delphine überhaupt leisten können, durch die ganze Welt zu jetten, um die weiteren Klon-Schwestern zu heilen. Fragen über Fragen.

Egal! “Orphan Black” ist ein Paradebeispiel für eine Serie mit starker weiblicher Hauptrolle, ein Paradebeispiel für eine gelungene Darstellung der LGBT-Community in all ihren Facetten und – schlicht und ergreifend – ein Paradebeispiel für eine richtig gute Serie.

Goodbye, Sestras.