Ich war im Kino und habe mir “La Belle Saison – Eine Sommerliebe” angesehen. Feminismus, ländliche Idylle, lesbische Liebe und ein wenig (viel) nackte Haut – meine Empfehlung: ansehen! 

Sommer, Sonne, Siebzigerjahre – Regisseurin Catherine Corsini hat für ihre lesbische Romanze “La Belle Saison – Eine Sommerliebe” ein schönes Setting gewählt. Im wilden Paris  begegnen sich Frauenrechtlerin Carol (Cécile de France) und das Landmädchen Delphine (Izïa Higelin) – schnell funkt es und beide gehen eine Beziehung ein. Als Delphines Vater allerdings schwer erkrankt, muss sie zurück auf ihren Hof in der Provinz. Carol reist ihr nach – doch Homosexualität wird auf dem Land noch längst nicht geduldet. Fortan bewegen sich Carol und Delphine auf einem schmalen Grad zwischen feuriger Leidenschaft und angespannten Versteckspiel…

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(http://www.labellesaison.de)

Regisseurin Catherine Corsini, die selbst in einer lesbischen Beziehung lebt, hat den homophoben Ruck in Frankreich, der in zahlreichen Demonstrationen gegen die gleichgeschlechtliche Ehe Ausdruck fand, als Anlass genommen, ihren ersten Film mit homosexueller Thematik zu drehen (für ein interessantes Interview mit Corsini, klicke hier). Sie zeigt ein anderes Frankreich, nämlich das vor 40 Jahren, als der Feminismus erblühte und Homosexualität langsam aus dem Schatten der Gesellschaft trat. In Carol vereint sich die Antriebskraft und Zuversicht dieser Zeit. Delphine hingegen entspringt einem konservativem, traditionell denkenden Umfeld. Auch wenn sie nicht ihre Ansichten teilt – sie fühlt sich für Familie und Hof verantwortlich. Die Beziehung dieser beiden völlig unterschiedlichen Frauen lässt Welten aufeinander prallen und die Funken nur so sprühen – was sich auch in zahlreichen Sexszenen visualisiert.

Mir hat der Film sehr gut gefallen. Die Geschichte und ihre Charaktere wirkten auf mich authentisch – so, als könnte der Film auf einer wahren Begebenheit beruhen (was teilweise wohl auch so ist – nämlich auf Erfahrungen von Corsini selbst). Zudem hat “La Belle Saison” etwas zeitloses. Auch heute noch gibt es konservativ geprägte Ortschaften, wo das Ausleben von Homosexualität verdammt schwierig, wenn nicht gar ein No-Go ist. Noch immer führen Homosexuelle überall auf der Welt Kämpfe mit sich selbst und der Gesellschaft – hin- und hergerissen zwischen dem natürlichen Drang, man selbst sein zu können, und dem Anliegen, von der Gesellschaft anerkannt und akzeptiert zu werden. Noch immer braucht es Aktivisten, um die bestehenden Misststände anzusprechen und dagegen vorzugehen. So gesehen sind wir nicht sehr viel weiter gekommen seit den 70ern…

Die Liebe selbst, die Freude und Leichtigkeit, die Reibungen und auch der Schmerz – das alles existiert sowieso außerhalb jeder Epoche. Die Liebe zeitlos – und in “La Belle Saison” nachfühlbar und anschaulich dargestellt. <3