Der Roman “Frostbiss” erzählt die Geschichte zweier Schülerinnen, die sich ineinander verlieben und nicht nur damit erstmal klar kommen, sondern nebenbei auch erwachsen werden müssen. Kommt mir irgendwie bekannt vor. 😉 Ich habe das Buch von Julia Mayer gelesen…

Der Klappentext:

Die Liebe klopft immer bei jenen an, die sie am wenigsten erwarten. Dörte wusste nicht, dass ihr etwas fehlt, bis eine neue Schülerin in ihre Klasse kommt. Philippa ist schweigsam, unabhängig und bringt Dörtes Gefühlswelt durcheinander. Doch der zarten Liebe der zwei Mädchen stehen traditionelle Werte und persönliche Ängste im Weg. Wird es ihnen gelingen, diese zu überwinden?

Mein Leseerlebnis:

Die neue Klassenkameradin Philippa fällt Dörte schnell ins Auge – anders als ihre Mitschüler, hält sie sie nicht für völlig seltsam, sondern findet sie interessant. Schnell zeigt sich, dass dies auf Gegenseitigkeit beruht… Zusammen mit der sympathischen Protagonistin Dörte durchlebt man als Leser noch einmal die ganze Aufregung (aber auch ein gewisses Maß an Stress), die so eine erste, lesbische Verliebtheit mit sich bringt. Wie sagt man es Familie und Freunden, dass man sich in ein anderes Mädchen verliebt hat? Sagt man es ihnen überhaupt? Wie lange kann man eine Beziehung geheimhalten? Und wie begegnet man homophoben Anfeindungen? Dörte und Philippa haben unterschiedliche Ansichten, was all diese Fragen betrifft – und natürlich führt das zu Konflikten. Und dann ist da noch das anstehende Ende der Schulzeit und die großen Fragen: Studieren oder Reisen? Gehen oder Bleiben? Zusammenbleiben – oder besser getrennte Wege gehen?

Julia Mayer hat mit “Frostbiss” eine lebensnahe Geschichte geschrieben, die einfühlsam von der ersten (lesbischen) Liebe und all ihren Unsicherheiten erzählt. Dörte hat im Verlauf der Geschichte so manches zu lernen – nicht nur in Dingen, die ihre Sexualität betreffen, sondern auch ihre Werte und Prioritäten im Allgemeinen. Somit ist “Frostbiss” nicht nur ein Coming-out- sondern auch ein Coming-of-Age-Roman. Die junge Autorin, die bislang mehr im Fantasy-Genre tätig war, überzeugt hier mit einem Realismus, zu dem auch Dörtes manchmal überschwänglicher Pathos passt – denn genau so läuft sie doch, die erste Liebe. Fantastisch romantisch und doch irgendwie …ernüchternd real.

Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen! Ich glaube übrigens, dass sich Dörte und Philippa gut mit Katinka und Emilia aus meinen beiden Coming-out Büchern “Im Abseits der Lichter” + “Tanz ins Flutlicht” verstehen würden 😉